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Jägerlatein



Die Fuchsjagd (Fuchsschwanzjagd, Reitjagd)

Jagdritt ohne Hunde, wobei ein Reiter das Wild, den Fuchs markiert und seine Lunte von der Schulter hängen hat. Bis zum Auslauf reitet das Jagdfeld geschlossen hinter dem Master. Ist die "Jagd frei" gegeben, dh. der Auslauf gestartet, wird versucht, dem "Fuchs" die Lunte zu entreissen. Aus pferdesportlichen Gründen und wegen der Unfallgefahr wird heute oft auf das Entreissen der Lunte verzichtet.

 

Hasenjagd
nur auf dem Hubertushof - jeweils am Ostermontag

Nicht ganz ernst zu nehmender Jagdritt ohne Hunde, wobei ein Reiter den Hasen markiert und die Hasenohren am Helm befestigt trägt. Am Ende wird der Schokolandenhase hoch zu Ross im Wald gesucht, der Gewinner darf den Fund behalten.

 

Hubertusjagd

Festliche Treib- oder Reitjagd um den Hubertustag (3. November).

 

Parforce-Jagd


Ein eigentlich nur in Deutschland angewendeter Ausdruck, hat seinen Ursprung aus dem französischen "par force" = "durch Gewalt", womit das Erreichen, Stellen und Zur-Strecke-Bringen von Wild mit Hilfe von Hunden ausgedrückt ist.

 

Schleppjagd

Jagd hinter der Meute auf einer vorbereiteten Strecke, bei der die Meute Weg und Tempo bestimmt. Die Meute läuft auf dem "Scent" einer vom "Schlepper" gelgten "Schleppe".

 

Suchjagd

Reitjagd ohne Hunde, bei der am Ende auf das "Finish" verzichtet wird. Der Fuchs bzw. der Fuchsschwanz wird im Wald versteckt und von den Jägern gesucht. Diese Jagdform wird oft zu Beginn der Jagdsaison gewählt, um die Pferde auf die weiteren Jagden vorzubereiten, jedoch ohne das Risiko eines schnellen Finishes.

 

Schnitzeljagd

Eine Jagd, die der mittels Papierschnitzel künstlich gezeichneten Fährte (Spur) folgt.

 

Bruch

Kleiner Eichen- oder Tannenzweig - Zeichen dafür, dass ein Reiter die Jagd bis zu Ende mitgeritten hat. Der Bruch wurde früher vom nächsten Baum gebrochen und mit Schweiss (Blut des erlegten Wildes) benetzt. Eichenzweig vor dem 3. November (Hubertus) danach Tannenzweig.

 

Bügeltrunk

Alte Sitte; Reiter wurden durch einen Trunk im Sattel belohnt.

 

Fuchs tot

Jagdsignal, wird geblasen, wenn ein Fuchs zur Strecke gebracht ist.

 

Halali

Jagdende, Stellen und Erlegen des Wildes. Ebenfalls ein Signal der Parforce-Jagd.

 

Horridoh

Ein Jagdruf, ursprünglich der Hetzrüde des Rüdemanns an die Meute oder den Leithund, das bei der Hetzjagd hochgemachte (aufgeschreckte) Wild zu verfolgen: Ho rüd ho!

 

Jägerlatein

Kommt im 19. Jahrhundert für die Waidmannssprache mit ihrem, dem Laien unverständlichen Fachwörtern auf, und wandelt sich erst später zur Bezeichnung für waidmännische Aufschneidereien. (ähnlich: Husaren-, Kloster-, Küchen- oder Mönchslatein)

 

Jagdordnung

Grundregeln der Jagd zu Pferde

 

Lunte

Schweif des Fuches (Fuchsschwanz)

 

Master

Der Master ist der Anführer eines Jagdfeldes bei der Jagd zu Pferde.

 

Meute

Die Formation der bei einer Parforce-oder Schleppjagd verwendeten Hunde. Sie werden in Koppeln gezählt. Eine Koppel sind 2 Hunde.

 

Refus

Verweigern eines Hindernisses. Routinierte Pferde refüsieren aus Klugheit, wenn das Springen zum Sturz führen würde. Meist auf falsches Anreiten zurückzuführen. Pferde, die aus Angst oder wegen eines Augenfehlers refüsieren, sind meistens für den Springsport ungeeignet. Pferde, die gelgentlich und aus nicht sichtbaren Grund refüsieren nennt man "nicht ehrlich".

 

Sankt Hubertus

Schutzpatron aller Jagd

 

Scent
Witterung der Fährte einer Wildspur durch die Hunde.

 

Schleppe

Auf der "Schleppjagd" Tropf- oder Schleppspur, auf der die Meute läuft also Ersatz für die echte Wildspur.

 
Schlepper

Ein Reiter, der bei einer Schleppjagd für die Meute die künstliche Fährte (Schleppe) legt.

Update: 01.09.2010